ZELLER – Lindau

134. Internationale Bodensee-Kunstauktion

Das Auktionshaus Michael Zeller lädt Sammler und Kunstliebende zur Vorbesichtigung der 134. Internationalen Bodensee-Kunstauktion ein, die vom 11. bis 19. September in der Bindergasse in Lindau stattfindet. Es erwarten Sie ausgesuchte Kunstobjekte und vielversprechende Antiquitäten aus unterschiedlichen Zeiten und Ländern.

Bildende Kunst

Johann Baptist Pflug, Oberschwabens großer Historien- und Genremaler (1785–1866), hielt die Schlacht von La Suffel in einem vielfigurigen Hauptwerk fest. Interessanterweise bewahrt das Museum Biberach eine Vorzeichnung zu dem in der Septemberauktion angebotenen Gemälde auf (Limit 27.500 €). In der Schlacht von La Suffel trafen die französische Rheinarmee und die Koalitionstruppen zehn Tage nach Napoleons Niederlage bei Waterloo aufeinander – ca. 6000 Soldaten starben sinnlos.
Mit Hans Dieter (1881–1968) ist einer der großen Bodenseemaler vertreten. Zwischen den stimmungsvollen Landschaftsbildern sind besonders zwei Gemälde hervorzuheben: ein Blumenstrauß mit Alpenblumen vor einer Gebirgslandschaft (1.300 €) und eine intime Darstellung von Adam und Eva, auf der im Hintergrund eine romantische Bodenseelandschaft zu sehen ist (2.200 €). Des Weiteren soll hier ein Landschaftsbild von Adolf Heinrich Lier (1826–1882) Erwähnung finden. Die Erntelandschaft bei München (8.500 €) zeigt, warum der Künstler zu den führenden Vertretern der Freilichtmalerei zählt.
Im Bereich der Modernen und Zeitgenössischen Kunst sticht ein farbenprächtiger Blumenstrauß von Arnold Balwé (1898–1983) hervor (10.000 €). Seine Frau Elisabeth Balwé-Staimmer (1896–1973) ist mit einem klassischen Stilleben vertreten (800 €). Von höchster Qualität ist außerdem das fotorealistische Gemälde €Schneeglöckchen€ (6.000 €) von Vitaly Grigoryev (*1957), der derzeit in Kiev lebt und arbeitet.

Werke der Bildhauerkunst

Eine Bischofsskulptur aus dem 17./18. Jahrhundert beeindruckt mit ihrer fast lebensgroßen Darstellung (2.800 €). Doch auch die weitaus kleinere Figur eines versehrten Bettlers mit Krücken ist in ihrer meisterlichen Schnitzarbeit überaus faszinierend (480 €). Ein betender Johannes bildet die älteste Figur der €päischen Skulpturen. Sie stammt aus gotischer Zeit um 1470 (3.500 €).

Asiatica

Von den Gottheiten Asiens sind unter anderem eine Figur der jugendlichen Laksmi (7.800 €), eine beeindruckende Statue des elefantenköpfigen Ganesha (14.500 €) und eine stattliche Figur des Vajrapani (16.500 €) vertreten. Zwischen den fein geschnitzten Elfenbeinarbeiten sticht besonders ein filigraner Elfenbeinkorb aus China hervor (1.500 €).

Möbel, Einrichtung und Design

Aus dem 17. Jahrhundert stammt ein imposantes Tabernakel in Domform (18.500 €). Es besticht durch seine Intarsien in Holz und Perlmutt und zierte vermutlich eine fürstliche Kapelle. Fürstlichen Ursprungs ist auch ein barocker Kabinettschrank mit Schildpatt belegter Front und Beschlägen, das Monogramm von Carl XII, König von Schweden, zeigend (3.500 €). Hervorzuheben ist außerdem eine frühe Tapisserie, eine fürstliche Jagd darstellend. Sie entstand in Flandern um 1600 und war für den englischen Markt bestimmt (4.800 €).
Liebhaber des modernen Designs sollten einen Blick auf den ovalen Esstisch werfen, der in den 1940-er/1950-er Jahren in Italien entworfen wurde (1.000 €). Auch der Esstisch nach einem Entwurf von R. Wallner stellt mit der mit Rindsleder bezogenen Platte eine Besonderheit dar (1.200 €). Mit dem Klingelknopf von Emmy Roth kommt ein kleines Designschmankerl aus den 1920-er Jahren unter den Hammer (600 €).

Silber, Schmuck und Uhren

In der umfangreichen Silbersparte findet sich eine Sammlung russischen Silbers, teils mit Niello, teils emailliert. Meister wie Sasikov, Owtschinikow und Holström waren für Fabergé tätig oder konkurrierten mit ihm. Die Limite im dreistelligen Bereich werden Interessenten auf den Plan rufen.
Bei den Schmuckstücken kommt jeder auf seinen Geschmack. Zwischen wertvollen Perlen-Colliers (Los 1852, 10.000 €) und reizvollen Brillant- und Diamantringen (Lose 1808–1810, 700–2.200 €) fällt vor allem ein prachtvoller, mit Edelsteinen besetzter Kreuzanhänger auf (6.000 €) – ein weiteres Zeitdokument aus den Befreiungskriegen. Denn er ist mit Datierungen versehen, die von der Schlacht bei Austerlitz bis zur Schlacht bei Waterloo reichen.
Eine kleine Sammlung edler Armbanduhren aus Privathand wird von der berühmten Rolex, Referenz 8171, angeführt, die zwischen 1949 und 1952 in Kleinstserie hergestellt wurde und von ihren italienischen Käufern den Spitznamen €Padellone€ erhielt, was soviel wie Bratpfanne bedeutet und der ungewöhnlichen Größe zur Zeit ihrer Entstehung geschuldet ist. Sie befindet sich im Originalzustand und stellt eine echte Investition dar (50.000 €). Weitere schöne und günstigere Uhren kommen aus den Häusern Patek Philippe und Jaeger LeCoultre.

Auktionshaus Michael Zeller